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New York zeigt Freud als Illustrator
New York (APA/dpa) - An keinem anderen Ort der Welt soll es so viele Psychiater geben wie in New York, der Heimat des klassischen Stadtneurotikers Woody Allen. Da liegt es nahe, dass die Metropole den Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, zum 150. Geburtstag gleich mit drei ungewöhnlichen Ausstellungen ehrt: In der New York Academy of Medicine, im Austrian Cultural Forum und im Museum of the City of New York.

Amerika hatte immer schon eine Schwäche für Freud. Als sich seine Gefolgschaft noch auf einige versprengte Häufchen in Wien, Zürich und Berlin beschränkte, erhielt er 1909 bereits eine Einladung in die Neue Welt, um dort einen Ehrendoktor in Empfang zu nehmen. Leider beruhte die Wertschätzung nicht auf Gegenseitigkeit. Während seines US-Besuchs war der distanzierte Herr Doktor entsetzt darüber, dass ihm jedermann zur Begrüßung auf die Schulter schlug und "Hi, Doc!" zu ihm sagte. Auch ärgerte sich der Zigarrenfreund über die schon damals verbreiteten Rauchverbote, die er allerdings geflissentlich ignorierte. Vom amerikanischen Essen bekam er chronischen Durchfall. Zurück in Old Europe, bemerkte er hochmütig: "Amerika ist ein Fehler." Sehr viel später war es vor allem der Druck der US- Regierung, der dazu führte, dass die Nazis den jüdischen "Seelenzergliederer" aus dem besetzten Wien ins Londoner Exil abreisen ließen. Im Freud-Jahr hat die New York Academy of Medicine erstmals 40 Abbildungen aus seiner eigenen Hand zusammengetragen. Es handelt sich um Zeichnungen, Skizzen, Diagramme und Schaubilder, mit denen Freud von 1876 bis 1933 seine wissenschaftliche Arbeit ergänzte. Im benachbarten Museum of the City of New York werden 75 Karikaturen zur Psychoanalyse gezeigt. Das Austrian Cultural Forum präsentiert die Kunstsammlung des Wiener Freud Museums: konzeptuelle Arbeiten, die die Bedeutung von Freuds Theorien auf die zeitgenössische Kunstproduktion spiegeln.

APA 11:52 7.05.2006
 
   


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