| Die Rekonstruktion Mitteleuropas | |
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Mitteleuropa diente der Intelligenz der betroffenen Regionen lange Zeit als Metapher, um die geistige Unabhängigkeit zwischen den politischen Systemen zu bewahren.
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200 Arbeiten von über 150 Künstlerinnen
und Künstlern sollen ab dem 18. Dezember präsentiert werden: Grund genug
für das Museum Moderner Kunst in Wien, mit der Ausstellung
"Aspekte/Positionen" sowohl das Palais Liechtenstein wie auch das 20er
Haus zu bespielen. Die Aufteilung der Werke erfolgte dabei chronologisch:
die 50er, 60er und 70er Jahre sind in der Fürstengasse, die 80er und 90er
Jahre in der Arsenalstraße zu finden. Mitteleuropa als geistiger Rettungsring Leitbegriff bei der Auswahl der teilnehmenden Künstler ist dabei
Mitteleuropa gewesen. Er umfasst damit jene Region von der Ostsee bis zur
Adria, die nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen der Sowjetunion und den
europäischen NATO-Staaten verortet war - und vor dem Ersten Weltkrieg zu
großen Teilen dem österreichisch-ungarischem Kaiserreich angehörte. Der Terminus selbst, so schreibt György Konrád in einem Katalogbeitrag,
sei notwendig für die Intelligenz dieser Staaten gewesen, um von beiden
Blöcken unabhängig wenigstens intellektuell eigene Positionen zu benennen.
Die Prozesse demokratischer Emanzipation seien in Budapest, Prag, Danzig
und ab 1989 in fast allen kleinen Staaten des Warschauer Paktes dann auch
maßgeblich von dieser Schicht getragen worden, von Schriftstellern,
Professoren, Künstlern. Geglückter Überblick Der weit gespannte historische und geographische Rahmen muss bei der
Auswahl der Künstler notwendig zur Vernachlässigung einer Reihe von
Positionen führen - mehr als drei bis fünf Künstler pro Jahrzehnt und Land
sind schlicht räumlich nicht unterzubringen gewesen. Der Katalog versucht
diesen Mangel zumindest insofern aufzufangen, als die nach Dekaden
gegliederten Artikel auch auf andere Künstler als die ausgestellten Bezug
nehmen. Generalisierung war andererseits auch nicht das explizite Ziel der
Kuratoren gewesen: Ein Überblick über die Geschichte der
mitteleuropäischen Moderne und Gegenwartskunst zwischen 1949 und 1999
dürfte ihnen dagegen gelungen sein. Link: Museum Moderner
Kunst Stiftung Ludwig Tipps: aspekte/positionen, 50 Jahre Kunst aus Mitteleuropa 1949-1999.
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