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| Die
Struktur der Figur Die Figur ist das zentrale Thema der Malerei von Martha Kerschbaumer, der die Haller Galerie Goldener Engl eine Personale widmet. HALL. Martha Kerschbaumers große Bilder leben zwar wesentlich von der mit vehementem Gestus gesetzten Farbe, in ihrem Wesen ist die Künstlerin aber eine Zeichnerin. Ihre Bildgeschichte sind allerdings sehr gut verschlüsselt, erzählen von tiefen Schichten des Bewusstseins, von Urängsten und privaten Obsessionen, von kollektiven Erfahrungen und klassischen Mythen.Auf riesige Blätter schreibt die Künstlerin ihre Körper, die meist Torsi sind. Schwarz, Rot und Gelb sind die Ingredienzien, aus denen Kerschbaumer ihre Figuren formt, die oft gemarterte Hüllen für geistige Äquivalente sind. Männliches und Weibliches verliert hier seine Gültigkeit, der Mensch ist zur Struktur reduziert, skelettiert zum verknäuelten Gewirr von Strichen. Martha Kerschbaumer agiert ganz aus der Emotion heraus, ohne sich dieser aber auszuliefern. Der Intellekt behält immer die Kontrolle, bleibt immer die ordnende, Spannung gebende Kraft in diesem eigenwilligen Alphabet. Nicht so überzeugend ist die Malerin fiktiver Porträts bekannter Persönlichkeiten wie Musil, Proust oder Beckett. Ihr geistiges oder schöpferisches Potential mit den Mitteln des Malerischen zu visualisieren, bleibt ein Versuch, wenn auch ein durchaus reizvoller. Sehr schön dagegen Kerschbaumers rasche Fingerübungen auf kleinen Blättern. 2002-04-04 17:18:18 |