"Experimente" sind es, die Oswald Oberhuber zur Zeit in
der Galerie des Kunsthauses Mürz zeigt. 29 Arbeiten hat er ausgesucht,
Collagen, Textarbeiten, die er noch einmal zeigen wollte. Denn bis jetzt
sah man sie in der Öffentlichkeit noch nicht. Er schuf sie, um an ein Ziel
zu kommen - und wie so oft, zeigte sich der Weg dann wichtiger.
Nach Oberhubers Credo, keinen persönlichen Stil zu
entwickeln, da er das unzeitgemäß empfindet, stößt man in der klar
gehängten Ausstellung in Mürzzuschlag sozusagen auf Kraut und Rüben:
Gemaltes, Gewischtes, Gekritzeltes, Ausgeschnipseltes, viel
Zusammengeklebtes und Geschriebenes - mit Buchstaben und Zahlen.
Selten wird einem eine so kontemplative Ruhe geschenkt
wie im ehemaligen Hammerherrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. So findet
man die Muße, sich auch einmal in Oberhubers dicht beschriebene Collagen
zu vertiefen. Auf sieben bunten Tafeln wird zu Beginn gleich
Programmatisches geboten: "Wie mordet man Kunst oder Künstler ohne Kunst"
heißt der Text, den Oberhuber 1969 in der Galerie Nächst St. Stephan
verlas - köstlich: "Wenn der Künstler seinen Künstler in den Kasten hängt,
steht er da als nackter Mann mit Material oder als Mann im Kasten." Oder:
"Der Farbformer Göschl sagt: ,Oberhuber ist ein
Hans-Dampf-in-allen-Gassen'. Damit meint er, daß man sich nur in
faschistischer Einförmigkeit bewegen darf: a Form, a Foarb, a Kunstwerk.
Warum nicht gleich ein bißchen strenger: ka Form, ka Foarb, ka Kunstwerk."
Gespickt hat er den Text mit Reisepaß, skurrilen Photos von ihm selbst in
Schürze oder Mini-Wahlplakaten: "Mit Oberhuber in eine rosarote Zukunft".
Spaßig geht es auch weiter: Orangerot steht in
geschwungen-romantischer Schrift: "Gefühle" im obersten Eck, unterlegt mit
einem Spitzendeckchen - ein ironisch plazierter Ausschnitt aus einem
Magazin. Baby-Gesichter in Serie aufgeklebt entlarven seltsame Parallelen
mit dem Nebenbild, lauter Oberhuber-Köpfe. Ähnlichkeiten? Erstaunlich!
sp
Bis 21. Juli. Do. bis Sa. 10 - 18 Uhr, So. 10 - 16 Uhr.
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