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11.07.2002 - Ausstellung
Mit Oberhuber in eine rosarote Zukunft und zurück
Für das Kunsthaus Mürz hat Oswald Oberhuber sein Atelier durchforstet und präsentiert in der Galerie noch nie gezeigte Collagen aus den sechziger bis achtziger Jahren.


"Experimente" sind es, die Oswald Oberhuber zur Zeit in der Galerie des Kunsthauses Mürz zeigt. 29 Arbeiten hat er ausgesucht, Collagen, Textarbeiten, die er noch einmal zeigen wollte. Denn bis jetzt sah man sie in der Öffentlichkeit noch nicht. Er schuf sie, um an ein Ziel zu kommen - und wie so oft, zeigte sich der Weg dann wichtiger.

Nach Oberhubers Credo, keinen persönlichen Stil zu entwickeln, da er das unzeitgemäß empfindet, stößt man in der klar gehängten Ausstellung in Mürzzuschlag sozusagen auf Kraut und Rüben: Gemaltes, Gewischtes, Gekritzeltes, Ausgeschnipseltes, viel Zusammengeklebtes und Geschriebenes - mit Buchstaben und Zahlen.

Selten wird einem eine so kontemplative Ruhe geschenkt wie im ehemaligen Hammerherrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. So findet man die Muße, sich auch einmal in Oberhubers dicht beschriebene Collagen zu vertiefen. Auf sieben bunten Tafeln wird zu Beginn gleich Programmatisches geboten: "Wie mordet man Kunst oder Künstler ohne Kunst" heißt der Text, den Oberhuber 1969 in der Galerie Nächst St. Stephan verlas - köstlich: "Wenn der Künstler seinen Künstler in den Kasten hängt, steht er da als nackter Mann mit Material oder als Mann im Kasten." Oder: "Der Farbformer Göschl sagt: ,Oberhuber ist ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen'. Damit meint er, daß man sich nur in faschistischer Einförmigkeit bewegen darf: a Form, a Foarb, a Kunstwerk. Warum nicht gleich ein bißchen strenger: ka Form, ka Foarb, ka Kunstwerk." Gespickt hat er den Text mit Reisepaß, skurrilen Photos von ihm selbst in Schürze oder Mini-Wahlplakaten: "Mit Oberhuber in eine rosarote Zukunft".

Spaßig geht es auch weiter: Orangerot steht in geschwungen-romantischer Schrift: "Gefühle" im obersten Eck, unterlegt mit einem Spitzendeckchen - ein ironisch plazierter Ausschnitt aus einem Magazin. Baby-Gesichter in Serie aufgeklebt entlarven seltsame Parallelen mit dem Nebenbild, lauter Oberhuber-Köpfe. Ähnlichkeiten? Erstaunlich! sp

Bis 21. Juli. Do. bis Sa. 10 - 18 Uhr, So. 10 - 16 Uhr.



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