18.02.2003 12:24
Neues Zentrum für visuelle Kultur
"Fotosammlung" in der Albertina
Wien - Seit 1999 ist Wien um ein Fotomuseum reicher.
Damals gründete der frisch gebackene Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder die
"Fotosammlung" als gleichberechtigte Abteilung neben den grafischen Beständen
und jenen zur Architektur. Leiterin der rund 60.000 Objekte umfassenden Sammlung
ist die Kunsthistorikerin Monika Faber. In den nächsten Monaten soll die
interimistisch im Akademiehof untergebrachte Fotosammlung ins umgebaute Haus
übersiedeln. Am ersten Ausstellungsreigen der neuen Albertina beteiligt sich die
Fotosammlung ab 14. März mit einer Schau über die Geschichte der Fotografie in
Österreich.
Die kaiserliche Familie hatte zahlreiche Fotosammlungen
geschenkt erhalten, etwa Portrait-, Architektur- und Reisealben, und diese
häufig verschiedenen Institutionen gestiftet. 1918 kam es zu einem bis heute
nicht nachvollziehbaren Austausch der Sammlungen untereinander, und ein Großteil
der Fotos aus der Albertina kam etwa in die
Nationalbibliothek.
"Langewiesche-Archiv"
Die
Kollektion der "Graphischen" umfasst 40.000 Daguerreotypien, Fotografien, Alben,
Druckgrafiken, 15.000 Apparate sowie 25.000 Publikationen und geht auf den
Gründungsdirektor Josef Eder zurück. Entsprechend der
wissenschaftlich-technischen Ausrichtung der Schule verfügt die Sammlung auch
über verschiedene Optiken, spezielle Abzugstechniken, und vor allem
Daguerreotypien. Zusätzlich gibt es jede Menge alter Mikrofotografien und
Röntgenbilder zu bestaunen. Das "Langewiesche-Archiv" umfasst an die 10.000
Bildvorlagen des Verlages Langewiesche zwischen 1907 und 1960. Schwerpunkt der
fotografisch illustrierten Bücher waren Architektur-, Landschafts- und
Naturaufnahmen.
(APA)