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23.06.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung
Kunstmarkt: Die Messe und ihre Gegenmesse
Die "Kunst Wien" soll heuer im Herbst noch einmal im MAK stattfinden. Im April startet "Reed" in der Messe Wien eine eigene Kunstmesse.

S
chon Anfang der 80er Jahre wurde die Wiener Kunstszene durch eine Konkur renz der Kunstmessen durcheinander gewirbelt. Eine Messe im Palais Liechtenstein rief eine Gegenmesse in der Secession hervor, zu der wieder eine Gegengegenmesse im Künstlerhaus stattfand. Schon damals war Kurt Jirasko ("Präsenta") Veranstalter. Seit neun Jahren organisiert er auch die "Kunst Wien" im Museum für angewandte Kunst. Die "Presse" berichtete von den weit gediehenen Verhandlungen, die eingeführte Messe für zeitgenössische Kunst an den internationalen Veranstalter "Reed" zu verkaufen, der die "Kunst Wien" im Frühjahr in der "Messe Wien" weiterführen wollte. Diese Bestrebungen sind jetzt geplatzt.

Vor wenigen Tagen erhielten die Galerien erneut ein Anmeldeformular für die "Kunst Wien" im MAK, zum üblichen Oktober-Termin. Und "Reed" startet seine eigene Messe. "Reed"-Geschäftsführer Matthias Limbeck: "Letztendlich kam es zu keiner Einigung mit der Präsenta. Wir werden wie geplant im April 2005 eine Messe für ,Modern and Contemporary Art' durchziehen, mit Schwerpunkt Osteuropa." Dabei scheint er die Unterstützung des achtköpfigen (Ex-)
Fachbeirats der "Kunst Wien" zu haben. "Wir haben nach langem Diskutieren beschlossen, in Wien nur bei der Reed-Messe teilzunehmen", berichtet Galerist Ernst Hilger, der im Fachbeirat - nunmehr von Reed - sitzt. Und ergänzt: "Mit einer guten Erinnerung an die Messe im MAK."

Eine Entscheidung, die auch die Galeristinnen Rosemarie Schwarzwälder (Nächst St. Stephan) und Gabriele Senn bestätigen, ebenfalls Beiratsmitglieder. "Von Räumlichkeiten, Ideen und Investment sind wir bei Jirasko auf Grenzen gestoßen", erklärt Senn. Welche Galerien werden jetzt wo teilnehmen? Senn beschreibt die Stimmung so, "dass der Großteil der international auf Messen vertretenen österreichischen Galerien zu Reed gehen werden". Und überhaupt: "Ich glaube nicht, dass es eine MAK-Messe geben wird." MAK-Direktor Peter Noever gibt sich bedeckt: Eine Messe sei angedacht, der Termin freigehalten.

Kurt Jirasko jedenfalls ist schon mitten in der Planung: "Den Herbst-Termin hätte sowieso jemand besetzt. Und bevor es ein Fremder macht, mache es lieber wieder ich." Aber: "Wir sind in keinem Streitverhältnis zu Reed und sehen uns auch nicht als Konkurrenz." Ein letztes Mal, so Jirasko, wolle er die "Kunst Wien", deren zehntes Jubiläum heuer ansteht, noch durchführen. Mit etwa 50, auch ausländischen Galerien, spezialisiert auf "Kunst bis zu 5000 Euro". sp

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