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vom 30.05.2007 - Seite 021
Kunstuni verhungert wegen Budget-Streit

Im Streit zwischen Land, Stadt Linz und Bund um die Zahlungsverpflichtungen für die Linzer Kunstuniversität gerät die Uni unter die Räder. "Wir fühlen uns von allen verlassen", klagt ihr Rektor Reinhard Kannonier.

"Mit dem vorhandenen Geld kann ich unsere Ausrichtung nicht aufrechterhalten", sagt Reinhard Kannonier, der bei der Eröffnung des Science-Parks in Linz einen Hilferuf an Minister Hahn gerichtet hatte.

Stadt und Land wollen - gestützt auf ein Gutachten von Verwaltungsrechts-Professor Bruno Binder - aus der Verpflichtung herauskommen und haben die Zahlungen eingestellt. Der Bund wiederum hält die Linzer Uni an der ganz kurzen Leine.

Das Budget ist mit zwölf Millionen Euro bis 2009 festgeschrieben, wie die Linzer Kepler Universität kann damit auch die Kunstuniversität im Vergleich mit anderen Hochschulen keine großen Sprünge machen.

Strategie kaputt

"Uns trifft es viel schlimmer, weil bei einem kleineren Budget die Spielräume ohnedies viel geringer sind", sagt Kannonier und zieht Vergleiche mit der Wiener Akademie der bildenden Künste. Diese ist gleich groß wie die Kunstuniversität (rund 1000 Studenten), erhält aber fast doppelt so viel Geld. "Ich gönne Wien vieles - aber diese Ungerechtigkeit kann ich nicht hinnehmen."

Kommt es nicht zu einer raschen Einigung und Aufstockung, muss die Linzer Uni reagieren. "Dann muss ich Stiftungsprofessuren streichen. Damit wäre unsere Exzellenz-Strategie kaputt", sagt Kannonier. "Zwei Millionen Euro pro Jahr mehr, und wir sind gerettet."

Dabei ist die Linzer Universität besonders kreativ im Aufstellen von Drittmitteln, die von Sponsoren kommen. Ein Viertel des Budgets, rund drei Millionen Schilling, wird derart aufgebracht. (man)

Trotz "heißer" Aktionen budgetär auf Eis gelegt: Rektor Kannonier klagt an. (Kunstuni/ grox)


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