Alexandra Bircken. Slip of the Tongue

Daten

– Kunst im öffentlichen Raum Wien, KöR, Kunstplatz Graben

Beschreibung

Das leuchtend rot lackierte Stück Metall sieht fremd aus. Und gleichzeitig unheimlich vertraut. Es dauert, bis man diese gewaltige, sanft geschwungene, weich auslaufende Form erfasst. Als Zunge. Dabei folgt sie der Natur. Ein kräftiger Muskel, der sich spaltet, wie ein Bizeps sich wölbt. Dass mittendrin noch ein spiegelndes Piercing sitzt, hilft beim Wiedererkennen dieses Körperteils, den man, aus seinem Zusammenhang gelöst, nicht sofort zuordnen kann. Die Zunge, dieses halb verborgene Organ, bleibt einem fern.

Zudem ist diese Zunge gewaltig, mehr als zwei Meter hoch ist der Aluminiumguss, der auch noch auf einem Sockel ruht. Herausgetrennt aus allem, was dem Erinnern helfen könnte: Gesicht, Lippen, Wangenknochen, die sie stützen und halten und einrahmen könnten. Welche Zungen sieht man sonst schon? Eine rosafarbene Welle im Mund des Gegenübers, eine kleine rote Spitze, die herausgestreckt ? […]

[Quelle:

Beteiligte

Alexandra Bircken

Objekte

(Archivalien, Publikationen, Werke)

2020 Sexy Sashimi und knallharte Kritik am Wiener Graben (Text)