Gruppenausstellung Körper und Territorium

Daten

– Kunsthaus Graz

Beschreibung

Grenzübergreifende Dialoge. Eine Kooperation mit MSU Zagreb

Die Ausstellung Körper und Territorium basiert auf einem kuratorischen Austauschprogramm zwischen dem Muzej suvremene umjetnosti (MSU) Zagreb und dem Kunsthaus Graz. Verzögert durch die Pandemie und dadurch mehrfach verschoben, wurde Anfang Dezember 2022 die Ausstellung Body and Territory: Art and Borders in Today’s Austria im MSU Zagreb eröffnet. Diese Schau versammelt mehr als 30 Positionen und rund 100 Arbeiten, die – nach der These der beiden Kuratorinnen Jasna Jakšic und Radmila Iva Jankovic – zwei vorherrschenden Tendenzen exemplarisch abbilden, welche die zeitgenössische Kunst in Österreich bis heute prägen: radikale Performance und feministisches Erbe, das jenen eine Stimme gibt, die zum Schweigen gebracht werden: Frauen, queeren Menschen, Migrant*innen, Geflüchteten. Die historischen Arbeiten in der Schau zeigen, wie die Verletzlichkeit des Körpers, die in der österreichischen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein dominantes Thema darstellt, in den späten 1960er-Jahren zum Hauptmedium radikaler Formen des politischen Widerstands wurde. Die Regulierung des Körpers sowie sein Widerstand gegen Klassifizierungen und Kategorien sind auch die Themen einer Reihe neuerer Arbeiten in der Ausstellung.

Im Kunsthaus Graz wird die Ausstellung erweitert mit Positionen aus dem ex-jugoslawischen Raum und der Idee, künstlerische Entwicklungen im „Land dazwischen“ (als das die Historikerin und Kunsthistorikerin Nena Dimitrijevic die SFR Jugoslawien bezeichnete) durch den Fokus der thematischen Eckpunkte von Körper und Territorium aus einer Außenperspektive zu betrachten. Die Kunstszene in Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch den Versuch gekennzeichnet, eine eigene Sprache zu entwickeln, gleichzeitig aber mit den Kunstentwicklungen des Westens zu korrespondieren. In dem spezifischen Territorium, das wir heute als Ex-Jugoslawien bezeichnen, entstanden Kunstbewegungen in einem anderen sozialen, politischen und ökonomischen Umfeld als dem des Westens, eine Entwicklung, die beispielsweise durch eine – im besten Fall – Tolerierung der Politik und das Fehlen der Institutionen und des Kunstmarktes bedingt war. In den späten 1960er- und 1970er-Jahren, in denen fast auf der ganzen Welt demokratische Aufbruchsstimmung herrschte, die auch in Jugoslawien junge Menschen für liberale Werte kämpfen ließ, zeichneten sich durchaus mit Österreich vergleichbare Tendenzen einer Politisierung und Sozialisierung der Kunst ab, wenngleich diese auch unter anderen Vorzeichen standen.

Körper und Territorium ist als nachbarschaftlicher Dialog zu verstehen, in dem verbindende Elemente künstlerischer Praktiken rund um die Themen von Körper und Identität sichtbar werden.

[Quelle: https://web.archive.org/web/20230320220807/https://www.museum-joanneum.at/kunsthaus-graz/ausstellungen/ausstellungen/events/event/11942/koerper-und-territorium-1/]

Beteiligte

Marina Abramovic, John Barker, Josef Bauer, Ana Brus, Günter Brus, Club Fortuna, Lea Culetto, Josef Dabernig, Katrina Daschner, Vlasta Delimar, Ines Doujak, Ana Nuša Dragan, Sreco Dragan, VALIE EXPORT, Susanna Flock, Gelitin, Tomislav Gotovac, Marija Grazio, Igor Grubic, Marina Gržinic, Nilbar Güres, Peter Gerwin Hoffmann, IRWIN, Sanja Ivekovic, Željko Jerman, Birgit Jürgenssen, Richard Kriesche, Nina Kurtela, Katalin Ladik, Laibach, Luiza Margan, Marko Markovic, Branko Miliskovic, Friederike J. Nestler-Rebeau, OHO, Neli Ružic, Toni Schmale, Mladen Stilinovic, Ingeborg Strobl, Slaven Tolj, Milica Tomić, Peter Weibel, Erwin Wurm, Aina Šmid, Vlasta Žanic

Ausstellungen / Veranstaltungen

2022 Body and Territory. Art and Borders in Today's Austria, Muzej Suvremene Umjetnosti, Zagreb

Objekte

(Archivalien, Publikationen, Werke)

2023 Body and Territory. Körper und Territorium. Tijelo i Teritorij (Publikation)
2023 Kunst mit allen Sinnen (Text)