Daihatsu Rooftop Gallery. 9. Intervention: Valentin Aigner. Optimizer
Daten
– DAIHATSU ROOFTOP GALLERY, Kunst im öffentlichen Raum Wien, KöRBeschreibung
Die Daihatsu-Rooftop-Gallery ist ein mobiles Präsentationsdisplay für zeitgenössische Skulptur/Installation und Performance.
Auf einem modifizierten Dachträger eines japanischen Kleinwagens präsentiert die Galerie im öffentlichen Raum Wiens zwischen dem 13. August und dem 14. Dezember 2020 Skulpturen von neun Künstler*innen. Diese nehmen Bezug auf bestimmte Gegenden der Stadt, die von der Daihatsu-Rooftop-Gallery für eine Woche pro Skulptur täglich befahren werden.
„Unter dem Pflaster der Strand“ lautetet ein Slogan der spontaneitätsversessenen und institutionskritischen Situationisten der 60er Jahre. Heute könnte ein Slogan lauten: „Ich will Kunst nicht nur im Museum und auf Instagramm, ich will sie dort wo jeder Bürger hinsehn kann! - Daihatsu! Rauf auf die Dächer dieser Stadt!"
Zumindest auf dem Dach dieses Autos zeigen wir zwischen Mitte August und Dezember 2020 skulpturale Arbeiten, Performances und Soundinstallationen im urbanen Raum Wiens. Am Ende der jeweiligen einwöchigen Präsentationsfahrten wird die Daihatsu-Rooftop-Gallery mit der künstlerischen Arbeit auf dem Dach unterwegs sein, auf einer ausgedehnten Fahrt unterwegs durch die Wiener Gemeindebezirke.
Die Daihatsu-Rooftop-Gallery macht zeitgenössiche Kunst einem breiten Publikum jenseits der hermetischen Kunstdiskurse sichtbar und transferiert künstlerische Arbeiten weg von den Podesten in Ausstellungsräumen hinauf auf das Dach eines kleinen Autos, das diesen eine neue Mobilität und Zeitlichkeit verschafft, welche die Stadt als veränderlichen Kontext hinter den gezeigten Arbeiten vorbeiziehen lässt.
Hier geht es nicht um das Neue, sondern um das fröhliche Weiterschreiben einer Ideologie des freien und mobilen „Sich-zeigens“, da draussen in der Welt.
9. Intervention: Optimizer von Valentin Aigner
Was, wenn Franz Sacher an Stelle der berühmten Torte den ‚original Wiener Ameisenhaufen’ erfunden hätte? Wenn Fürst Metternich just an einem Stück dieser Mehlspeise im Jahre 1832 erstickt wäre? Wenn dieses Meisterwerk der Patisserie seither als teiggewordene Manifestation politischen Widerstandes gelte? Wenn alljährlich am 12. Dezember dieses Ereignisses gedacht würde und Paraden ähnlich eines Erntedankumzuges stattfinden würden? Wenn daher autoritäre machtversessene Politik in Österreich traditionell keinen Platz mehr hätte? Wenn diese Umzüge von einem sogenannten Schirch-Percht angeführt würden, der nicht ungehorsame Kinder tadelt sondern für die Schuld der Eltern büßen müsste? Wenn ultraviolettes Licht vor Anthropozentrismus schützen würde, erinnert es den so bestrahlten Körper doch ständig an ein wachsendes Ozonloch und die damit einhergehenden Kausalzusammenhänge; Wenn ein Fetischobjekt am Dach eines Autos dem Fahrzeug Kräfte verleihen würde, die über eine bloß leicht verbesserte Straßenlage hinausreichen würden? Und letztlich die Frage, ob surrealistische Strategien in Zeiten von Infowars noch etwas taugen können?
[Quelle: https://web.archive.org/web/20250703110812/https://www.koer.or.at/projekte/daihatsu-rooftop-gallery/]
Beteiligte
Valentin Aigner, Peter Fritzenwallner (Konzept)
Objekte
(Archivalien, Publikationen, Werke)
| 2020 | Information: Daihatsu-Rooftop-Gallery (Archivalie) |