Daihatsu Rooftop Gallery. 1. Intervention: Prêt-à-porter - Titania Seidl & Lukas Thaler
Daten
– DAIHATSU ROOFTOP GALLERY, Kunst im öffentlichen Raum Wien, KöRBeschreibung
Ort: Neben der Pestsäule am Graben, 1010 Wien
Ab 20:00 Uhr laden die Künstler*innen zum Treffen im Ausstellungsraum MAUVE, Löwengasse 18, 1030 Wien.
Die Daihatsu-Rooftop-Gallery ist ein mobiles Präsentationsdisplay für zeitgenössische Skulptur/Installation und Performance.
Auf einem modifizierten Dachträger eines japanischen Kleinwagens präsentiert die Galerie im öffentlichen Raum Wiens zwischen dem 13. August und dem 14. Dezember 2020 Skulpturen von neun Künstler*innen. Diese nehmen Bezug auf bestimmte Gegenden der Stadt, die von der Daihatsu-Rooftop-Gallery für eine Woche pro Skulptur täglich befahren werden.
„Unter dem Pflaster der Strand“ lautetet ein Slogan der spontaneitätsversessenen und institutionskritischen Situationisten der 60er Jahre. Heute könnte ein Slogan lauten: „Ich will Kunst nicht nur im Museum und auf Instagramm, ich will sie dort wo jeder Bürger hinsehn kann! - Daihatsu! Rauf auf die Dächer dieser Stadt!"
Zumindest auf dem Dach dieses Autos zeigen wir zwischen Mitte August und Dezember 2020 skulpturale Arbeiten, Performances und Soundinstallationen im urbanen Raum Wiens. Am Ende der jeweiligen einwöchigen Präsentationsfahrten wird die Daihatsu-Rooftop-Gallery mit der künstlerischen Arbeit auf dem Dach unterwegs sein, auf einer ausgedehnten Fahrt unterwegs durch die Wiener Gemeindebezirke.
Die Daihatsu-Rooftop-Gallery macht zeitgenössiche Kunst einem breiten Publikum jenseits der hermetischen Kunstdiskurse sichtbar und transferiert künstlerische Arbeiten weg von den Podesten in Ausstellungsräumen hinauf auf das Dach eines kleinen Autos, das diesen eine neue Mobilität und Zeitlichkeit verschafft, welche die Stadt als veränderlichen Kontext hinter den gezeigten Arbeiten vorbeiziehen lässt.
Hier geht es nicht um das Neue, sondern um das fröhliche Weiterschreiben einer Ideologie des freien und mobilen „Sich-zeigens“, da draussen in der Welt.
1. Intervention: Prêt-à-porter - Titania Seidl & Lukas Thaler
Die beiden Künstler*innen verschmelzen in ihrer skulpturalen Kooperation für die Daihatsu-Rooftop-Gallery die traditionelle Form des Tafelbildes mit der monolithischen Form und Oberflächenbeschaffenheit des Steines. Organisch eingefasst in einem großen scheinbaren Felsbrocken erscheinen Titania Seidls Malereien wie Votivbilder der Uneindeutigkeit, zeigen Körperpartien, die sich aus malerischen Gestikularien heraus verdichten.
Die Pestsäule am Graben bietet für die Skulptur von Titania Seidl & Lukas Thaler einen besonderen Präsentationskontext barocker Körperlichkeit zwischen Lüsternheit und Leiden. Ihre skulpturale Setzung betont die gegenwärtige Neuinterpretation und -nutzung der Pestsäule durch die Wiener Bürger*innen: In den vergangenen Monaten wurde die Säule vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wieder zu einem Ort des Bittens, Hoffens und einem Ort des Hinterlassens von Bitt-Objekten und Bitt-Bildern.
Die plötzliche Reaktualisierung historischer Denkmäler, Orte und Symbole aufgrund gravierender Einschneidungen in den öffentlichen Gesellschaftsdiskurs, zum Beispiel ausgelöst durch eine Pandemie oder aber auch durch die aktuellen Beschädigungen von personenbezogenen Denkmälern, unter anderem motiviert durch die „Black-Lives-Matter“-Bewegung, ist ein sehr dynamisches, spannendes aber natürlich auch kritisch zu hinterfragendes Phänomen.
[Quelle: https://web.archive.org/web/20250703110812/https://www.koer.or.at/projekte/daihatsu-rooftop-gallery/]
Beteiligte
Peter Fritzenwallner (Konzept), Titania Seidl, Lukas Thaler
Objekte
(Archivalien, Publikationen, Werke)
| 2020 | Information: Daihatsu-Rooftop-Gallery (Archivalie) |