Einzelausstellung Peter Kogler. Der Bildhauer als Zeichner

Daten

– Bildungshaus St. Virgil, Kunstraum

Beschreibung

Der Kunstraum St. Virgil präsentiert eine Auswahl von 24 großformatigen Arbeiten des international bekannten österreichischen Künstlers Peter Kogler (*1959 Innsbruck).

Anhand von aneinandergereihten Collagen, die sich wie ein Fries durch die Ausstellungsräume ziehen, wird Peter Koglers facettenreiches künstlerisches Werk in verschiedenen Medien dargelegt. Die Zeitlinie führt uns von 1984 bis ins Jahr 2024. Zu sehen sind Fotos, Pläne, Skizzen, Installationsansichten und Drucke. Sie erzählen vom Wirken eines Künstlers, der seinen unverwechselbaren Umgang mit computergenerierten Bildern, Video, Skulptur, Zeichnung und Architektur, unter Beweis stellt – so auch in seinen Collagen. Die Chronologie entfaltet sich zu einem dichten Erzählstrang und gibt den Blick auf über 40 Jahre von Koglers Schaffen frei.

Peter Kogler war einer der Ersten, der den Computer als Arbeitsmedium in seine künstlerische Arbeit integrierte. Er ist vielen als Medienkünstler bekannt, der durch seine raumgreifenden Installationen öffentliche Orte prägt. Signifikante Motive sind die biomorphen Strukturen am Grazer Bahnhof, Röhrensysteme an der Fassade einer Galerie in Gmunden, digital entwickelte Formen an einer Glaswand in der Innsbrucker Bürgerspitalkirche oder eine über mehrere Etagen reichende textile Arbeit im österreichischen Parlament. In seinen dreidimensionalen Werken ist Peter Kogler ein präziser Arbeiter, der seine künstlerische Botschaft an uns richtet und uns verändert weitergehen lässt. Koglers Interventionen sind oft Teil einer elektronischen Kultur, die auch Themen von Malerei, Skulptur, Video und Grafik aufgreift und miteinander verbindet.

Zu den Sujets seiner Bildlinie gehören das Gehirn, die Ameise, Systeme, Menschen und Gegenstände. Die Ameisenkolonien zum Beispiel stehen für den Ursprung der Sozialität und des Altruismus. Das Gehirn als Motiv steht für das Interesse am Inhalt, aber auch für die Formbarkeit dieses Organs und für Vernetzung. Die Ausstellung schafft einen faszinierenden Einblick in das Werk eines Künstlers, der auch im kleinen Format großartige Welten erzeugt.

Mit seinen Werken fügt Peter Kogler eine neue Facette zur Ausstellungsreihe Der Bildhauer als Zeichner hinzu, in der seit 2003 im Kunstraum St. Virgil Arbeiten bedeutender österreichischer Künstler*innen zu sehen sind. Präsentiert wurden bisher Josef Zenzmaier, Sepp Auer, Ruedi Arnold, Bernhard Gwiggner, Lois Anvidalfarei, Ulrike Lienbacher, Michael Kienzer, Franz Josef Altenburg, Gerold Tusch, Julie Hayward, Werner Feiersinger, Iris Andraschek, Irene und Christine Hohenbüchler, Willi Scherübl, Oswald Oberhuber, Tone Fink, Hans Schabus, Brigitte Kowanz, Josef Bauer, Heimo Zobernig, VALIE EXPORT und Regula Dettwiler.

[Quelle: https://web.archive.org/web/20250711110420/https://www.virgil.at/kunstraum/ausstellungen-archiv/peter-kogler/]

Beteiligte

Peter Kogler, Andrea Lehner (Rede), Hubert Nitsch (Gespräch)