Einzelausstellung Amaury Wenger | Violence
Daten
– KunstschaufensterBeschreibung
Die Lichtverschmutzung in Städten verdeckt die Sterne und erzeugt ein grelles, permanentes Leuchten. In seiner Fotoserie verzaubert Amaury Wenger dieses übermäßige Licht jedoch neu und offenbart sein poetisches Potenzial. Seine Bilder verwandeln die städtische Beleuchtung in ein Theater der Kontraste, in dem scharfkantige, geometrische Schatten neben verschwommenen, organischen Formen stehen. Straßenlaternen werfen rhythmische Linien, die an Notenlinien erinnern, und Leuchtreklamen malen schwebende Formen auf das nasse Kopfsteinpflaster.
Wenger fängt Licht nicht nur als Funktion ein, sondern als aktive Kraft, die Räume aus der Dunkelheit heraus formt. Ein Schaufenster wird zu einem blendenden Rechteck, das einen Passanten zu einem geisterhaften Streifen reduziert, während eine Straßenlaterne wie ein fremdartiger Mond leuchtet. Dieses Wechselspiel schafft einen Grenzraum zwischen Dokumentation und Traum, in dem die Stadt zur Bühne für dystopische Erzählungen und abstrakte Schönheit wird.
Wengers Werk widersetzt sich einer einzigen Interpretation – es ist sowohl dokumentarisch als auch traumhaft. Die wahre Poesie flackert in diesem Rätsel auf, im Wechselspiel zwischen dem grellen, kommerziellen Glanz der Stadt und den geheimnisvollen, vielschichtigen Tiefen, die sie zufällig offenbart.
Amaury Wenger studierte Architektur in Paris und Berlin. Die Auseinandersetzung mit
der Baukunst und ihren historischen, sozialen, wissenschaftlich-technischen und
ästhetischen Dimensionen stellt den Anfang seiner künstlerischen Praxis dar.
In Serien widmet sich Wenger unterschiedlichen theoretischen Fragestellungen, die er
im Rahmen einer künstlerischen Forschung untersucht. Für naturwissenschaftliche,
philosophische, epistemologische und historische Impulse findet er ästhetische
Entsprechungen. Wengers Kunst ist offen und zugänglich und macht hochkomplexe, abstrakte Themen nachvollziehbar.
[Quelle: https://web.archive.org/web/20251003140625/https://www.kunstschaufenster.at/aktuelle-praesentation/]