Einzelausstellung Julius Koller. Univerzalny Fantasticky Otaznik (U.F.O.)
Daten
– Galerie Martin Janda, Raum aktueller KunstBeschreibung
Im politischen Klima der Jahre 1968 und 1969 wurde das Fragezeichen für Július Koller zu einem zentralen Motiv, das er in unterschiedlichen Variationen zu einem wesentlichen Bestandteil seines Werkes entwickelte. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei und das abrupte Ende des Befreiungsprozesses des Prager Frühlings prägten diese Haltung entscheidend. Das Fragezeichen wurde bei Koller zum Ausdruck einer permanenten Befragung von Situationen, Objekten und des Lebens selbst.
Zugleich entwickelte Július Koller das Zeichen weiter: Es verwandelte sich in Verdopplungen, die an eine Möbius-Schleife erinnern und eine unendliche, spielerische Form des Zweifelns und Hinterfragens sichtbar machen.
Koller setzte diese Strategie in unterschiedlichsten Materialien und Kontexten ein. So übertrug er etwa die ornamentalen Formen der Bemalung traditioneller Holzhäuser in der Hohen Tatra in eine ornamentale Folge von Fragezeichen, ausgeführt in derselben handwerklichen Technik. Das Symbol fungierte dabei nicht nur als Hinweis auf eine Gesellschaft, auf Politik oder die persönliche Umgebung, die infrage gestellt werden sollten, sondern war universeller gedacht: Es stand gleichermaßen für spielerische Offenheit wie für Zweifel, Misstrauen und ein allgemeines Gefühl von Ungewissheit. [...]
[Quelle: Einladung]
Beteiligte
Objekte
(Archivalien, Publikationen, Werke)
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| 2026 | Augenschmaus und Hintersinn (Text) |