Verborgene Geschichten. Schätze aus den Sammlungen

Daten

– Weltmuseum Wien

Beschreibung

Jedes Museum bewahrt weit mehr Objekte auf, als es zeigen kann. Mit Verborgene Geschichten. Schätze aus den Sammlungen rückt das Weltmuseum Wien Objekte ins Zentrum, die bislang kaum oder nie öffentlich zu sehen waren. Sie erzählen von den Gesellschaften und Wissenswelten, aus denen sie stammen, von rituellen Praktiken, handwerklichem Können und kulturellem Austausch. Zugleich eröffnen sie neue Einblicke in die Vielfalt der Bestände des Weltmuseums Wien und in ihre vielschichtigen historischen und globalen Verflechtungen.

Hinter jedem Objekt in einem Museum steht eine Geschichte über Herkunft, Bedeutung und den Weg in die Sammlung. Verborgene Geschichten. Schätze aus den Sammlungen macht diese „Biografien“ sichtbar und lädt dazu ein, sich mit den kulturellen, gesellschaftlichen und historischen Fragen auseinanderzusetzen, die diese materiellen Zeugnisse – und die Bedingungen ihrer Erwerbung – bis heute aufwerfen.

Die Ausstellung vereint drei kuratorische Positionen, die den Facettenreichtum der Sammlungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln erschließen. Im Mittelpunkt stehen Haarschmuck, Steinskulpturen und zeitgenössische Kunst aus Pakistan. Jede Präsentation folgt einem eigenen Konzept und setzt andere Akzente. Zusammen ergeben sie einen vielstimmigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie verdeutlichen, dass Sammlungen keine statischen Bestände sind, sondern historische Archive, deren Bedeutung sich mit jeder neuen Forschung und Fragestellung verändert. Nicht zuletzt gibt die Schau Einblicke in die kuratorische Arbeit eines Museums.

Kämme und Haarschmuck
Kuratiert von Henrie Dennis

Bereits seit Jahrtausenden werden Kämme aus Knochen, Horn, Elfenbein, Muscheln und Holz gefertigt. Sie sind Teil von Praktiken der Pflege, der Fürsorge, des Rituals und der Selbstdarstellung in unterschiedlichen Kulturen. In der Ausstellung gezeigt werden Kämme und Haarschmuck aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika, die im 19. und 20. Jahrhundert gesammelt wurden. Haar kann Zugehörigkeit, Status, Identität, Trauer oder Widerstand zum Ausdruck bringen. Kämme und Haarschmuck sind Teil dieser Praktiken und verbinden handwerkliches Können, Alltagsgebrauch und symbolische Bedeutung.

Steinskulpturen
Kuratiert von Bettina Zorn

Die ausgestellten Steinskulpturen, die größtenteils im 19. Jahrhundert in die Sammlung gelangten, stammen aus archäologischen Kontexten in den Amerikas und Asien und belegen den unkritischen Umgang mit Erwerbungen jener Zeit. Mit Blick auf die Objektbiografien zeigt die Ausstellung, wie Provenienzforschung historische Erwerbungswege rekonstruiert und Fragen nach Herkunft, Verantwortung und Transparenz aufgreift. Neue Erkenntnisse werden während der Laufzeit der Ausstellung dokumentiert, ergänzt und korrigiert und machen so die Prozesse der Provenienzforschung sichtbar.

Zeitgenössische Kunst aus Pakistan
Kuratiert von Tobias Mörike

Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich Gemälden, Zeichnungen und Drucken aus Pakistan, die 2018 als Schenkung der Sammlung Brigitte Neubacher in den Bestand des Weltmuseum Wien gelangten und nun erstmals hier ausgestellt werden. Frühe Werke zahlreicher Künstler*innen, darunter Anwar Saeed, Rashid Rana, Salima Hashmi und Quddus Mirza, die heute fester Bestandteil der globalen Kunstwelt sind, berichten von der dynamischen Entwicklung der Kunstszene Pakistans in den 1990er Jahren und setzen sich mit Themen wie Identität, Politik und Geschlechterrollen auseinander.

[Quelle: https://web.archive.org/web/20260916142923/https://www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/verborgene-geschichten-schaetze-aus-den-sammlungen]

Beteiligte

Henrie Dennis (Kurator/in, Kämme und Haarschmuck), Salima Hashimi, Quddus Mirza, Tobias Mörike (Kurator/in, Zeitgenössische Kunst aus Pakistan), Rashid Rana, Anwar Saeed, Bettina Zorn (Kurator/in, Steinskulpturen)

Objekte

(Archivalien, Publikationen, Werke)

2026 Weltmuseum Wien erzählt "verborgene Geschichten" (Text)