Einzelausstellung Marko Zink. Pictures in the dark | this is desire

Daten

– Black Hole Contemporary

Beschreibung

In seinem fotografischen Projekt „Pictures in the dark - This is Desire” erkundet Marko Zink den Sog des Begehrens, die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, die Verflechtung aus Gender und Anima Animus, sowie das Wechselspiel von Jagen und Gejagtwerden. Wie wird Begehren ausgelöst? Zink drückt diese Überlegung unter anderem durch das wiederholende Motiv des Hasen aus – ein Tier, das zwischen Unschuld und Sexualisierung pendelt, zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Es kommt beides zusammen: die rationale Welt zum einen und zum anderen die Welt der sinnlichen Wahrnehmung und Einbildungskraft. In seinen Bildern verschmilzt Zink maskuline und weibliche Körper, menschliche und tierische. Die Figuren tragen leuchtende Tiermasken und enganliegende Ganzkörperanzüge, die wie nackte Haut wirken – vertraut, aber doch keiner eindeutigen Geschlechterordnung zugewiesen. Zink hegt eine große Faszination für Tiere, während die Menschheit lediglich als Wurmfortsatz vorkommt. Tiere handeln nach ihrem Instinkt, während die Menschheit sich oft bewusst dafür entscheidet, Lebensräume zu zerstören. Seine Serie ist somit auch als Kommentar zum Artensterben zu verstehen. Das Trägermaterial, der analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht. Das daraus resultierende Zerfallen der Negative beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die Hauptkriterien der Fotografie als Erinnerungs- und Dokumentationsträger. Für diese Serie hat Marko Zink seine analoge Kamera umgebaut und zieht den Film händisch durch die Kamera. Inhaltlich konzeptuell setzt sich Marko Zink intensiv mit dem Entstehen von Begehren auseinander. Hierzu bezieht sich der Künstler auf Carl Gustav Jung und Claude Lévi-Strauss. Marko Zink überführt/inzeniert ihre Überlegungen zu anima animus (Gender) und Totem bewusst an historische(n) Orte(n) in Österreich, die belegt „mystisch“ konnotiert sind. Auch die Aufnahmezeiten zwischen Mitternacht und ein Uhr nachts spiegeln diese Orte wider, da sich Personen an diesen Orten zu dieser Uhrzeit treffen, um dort zu meditieren, um sich von der weltlichen Ebene loszulösen. Was sie dabei sehen würden? Schutzgeister, Tierwesen, – Vögel, Hasen, Füchse, alles, was wir als Natur hier kennen, deren Existenzen im Sinne des Artensterbens durch den Menschen akut bedroht sind und so immer weniger (sichtbar) sind/werden. Exakt diesen „Erscheinungen“ gibt Zink Raum und Licht. Sein Vorhaben ist bewusst interdisziplinär angelegt, verbindet künstlerische Fotografie vielschichtig und reflexiv mit performativen Inszenierungen auf den Grundlagen von Philosophie, Psychologie und Ethnologie. (c) Claudia Kursawe

[Quelle: https://blackholecontemporary.com/archiv/]

Beteiligte

Marko Zink

Objekte

(Archivalien, Publikationen, Werke)

2026 Einladung: Marko Zink. Pictures in the dark | this is desire (Archivalie)