Palmhof – Sei bereit
Daten
– Kunst im öffentlichen Raum Wien, KöR, Öffentlicher Raum 1150 , Öffentlicher Raum WienBeschreibung
Palmhof – Sei bereit
Heidi Schatzl
Palmgasse / Ecke Mariahilfer Straße 135
Feierliche Eröffnung mit musikalischem Programm
Es sprechen:
Haroun Moalla und Merja Biedermann, Bezirksvorsteher-Stellvertreter*innen Rudolfsheim-Fünfhaus
Judith Pühringer, Verein coobra
Cornelia Offergeld, Juryvorsitzende, Künstlerische Leiterin KÖR Wien
Theresa Eckstein, Kulturwissenschafterin und Kuratorin
Heidi Schatzl, Künstlerin und Eric Kinsky, Enkel Otto Pollak
Anita Dumfahrt, Generalsekretärin des Zukunftsfonds der Republik Österreich
Hannah Lessing, Vorstand Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Patricia Anderle, Gemeinderätin Stadt Wien
Musik:
Der Chor des Komenský-Gymnasiums (Schützengasse, 1030 Wien) singt orchestral begleitet das Lied Kinder kommt's ins Palmhof (Musik: Josef M. Kratky) sowie Lieder aus der Kinderoper Brundibár, von Hans Krása (Komponist) und Adolf Hoffmeister (Libretto). Brundibár wurde nach der Prager Uraufführung im KZ Theresienstadt 1943 wieder aufgeführt. Chorleitung: Johannes Langer
Von 1919 bis 1938 florierte in der Mariahilfer Straße 135 (Ecke Palmgasse) im 15. Gemeindebezirk Wiens das Café Palmhof. Das Konzert- und Tanzcafé war ein kosmopolitisches Zentrum des Wiener Kultur- und Gesellschaftslebens. 1938 wurden die Betreiber, die Gebrüder Pollak, aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten enteignet; ihre Familie wurde vertrieben und größtenteils ermordet. 2026 setzt die Künstlerin Heidi Schatzl an der Fassade des Hauses ein Erinnerungszeichen, das die Geschichte des legendären Kaffeehauses und seiner Betreiber sichtbar macht.
Die Brüder Otto (1894–1978) und Karl Pollak (1889–1943) machten das Café in der Zwischenkriegszeit zu einem der populärsten Wiener Treffpunkte. Abends traten hier Stars der Musikwelt bei Tanzveranstaltungen und Konzerten auf, die regelmäßig live im Radio übertragen wurden. Als das Kaffeehaus 1938 „arisiert“ wurde, flüchtete die Familie Pollak nach Gaya in Mähren, der Geburtsstadt der Brüder. Von dort wurde die gesamte Familie 1943 in das Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. 61 Familienmitglieder wurden ermordet, darunter Karl, der weiter nach Auschwitz deportiert wurde. Otto und seine Tochter Helga (1930–2020) überlebten. Nach dem Krieg betrieb die französische Garnison das Palmhof während der Besatzungszeit als Truppencafé; erst bei ihrem Abzug 1953 gingen die Räume an Otto Pollak zurück. Das Café Palmhof eröffnete er nicht mehr.
Nach umfangreichen Recherchen und Interviews verdichtet Heidi Schatzl diese Geschichte zu einem visuellen Zeichen: Eine Skulptur an der Fassade zitiert die ehemalige Leuchtreklame des Café Palmhof und nimmt die Linien des Leuchtturms auf, den die zwölfjährige Helga Pollak im Lager als „Lebenssymbol“ wählte und in ihr Tagebuch zeichnete. Seitlich liest man den Schriftzug „Buď připraven“ (Sei bereit) – der Leitgedanke für den Überlebenswillen des Kindes. Ein weithin sichtbarer QR-Code führt zu einer zweiten Ebene der künstlerischen Arbeit: einem digitalen Bildarchiv mit Aufzeichnungen zur Geschichte des Cafés und seiner Betreiber, zusammengestellt von Heidi Schatzl. Es erzählt die fast vergessene Geschichte zweier Brüder, die ein Stück Wiener Kulturgeschichte prägten.
Ein Projekt initiiert von der Bezirksvertretung Rudolfsheim-Fünfhaus.
Projektorganisation von coobra - cooperativa braccianti in Kooperation mit KÖR Wien.
Ermöglicht durch Bezirksvertretung Rudolfsheim-Fünfhaus, Nationalfonds, Zukunftsfonds, KÖR Wien.
[Quelle: https://web.archive.org/save/https://www.koer.wien/projekte/cafe-palmhof/]
Beteiligte
Patricia Anderle (Rede), Merja Biedermannr (Rede), Anita Dumfahrt (Rede), Theresa Eckstein (Rede), Eric Kinsky (Rede), Hannah Lessing (Rede), Haroun Moalla (Rede), Cornelia Offergeld (Rede), Judith Pühringer (Rede), Heide Maria Schatzl
Objekte
(Archivalien, Publikationen, Werke)
| 2026 | Information: Eröffnung: Palmhof – Sei bereit. Musik (Archivalie) |
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| 2026 | Interview: „Die Geschichte des Palmhof ist ohne die Geschichte der Betreiber unmöglich zu erzählen“ (Text) | |
| 2026 | Ansichten: Heidi Schatzl. Palmhof – Sei bereit (Archivalie) |
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| 2026 | Presseinformation: Heidi Schatzl. Palmhof – Sei bereit (Archivalie) |