Group exhibition edging - bodies without orgasms

Basics

– kunstraum Lakeside

Description

Unter dem Titel edging—bodies without orgasms kuratiert Michał Leszuk eine Gruppenausstellung im Kunstraum Lakeside, die das Jahresthema Glitch um künstlerische Positionen erweitert, die die Welt für eine queere Sprache öffnen und die hegemoniale Vorherrschaft der Mehrheitsgesellschaft edgen – auf die Spitze treiben. Edging, auch als Orgasmuskontrolle bekannt, allein, mit einer*einem oder mehreren Partner*innen praktiziert, ist dabei als Phänomen zu begreifen, das über den Bereich des Sexuellen hinausgeht und dennoch in ihm verankert bleibt. Mit ausgewählten Werken von Apparatus 22, Albin Bergström, Luca Büchler, Monilola Olayemi Ilupeju, Francis Whorrall-Campbell sowie einer eigenen kuratorischen Recherche geht Leszuk den Widersprüchlichkeiten und den Potenzialen des Edging im Sinne eines modus operandi auf den Grund. Lust und Erregung stehen dabei einer scheinbar ziellosen (sexuellen) Aktivität gegenüber. Übertragen auf gesamtgesellschaftliche Verhältnisse findet sich auf der einen Seite Akzeleration auf allen Ebenen und auf der anderen sozialer Stillstand, ja Rückschritt. Edging teilt in diesem Zusammenhang zentrale Merkmale des Glitch: „Hier liegt das Paradox: Glitch bewegt, blockiert aber auch“, schreibt Legacy Russell, deren Konzeption von Glitch maßgeblich für das Jahresprogramm 2025 im Kunstraum Lakeside ist: „Glitch setzt in Bewegung und erzeugt simultan ein Hindernis. Glitch verleitet und Glitch verhindert. Damit wird der Glitch zu einem Katalysator, der neue Wege eröffnet, in neue Richtungen weist.“*

Drei miteinander verknüpfte Momente dienen Michał Leszuk dabei als Ausgangspunkt: zuerst die von Gilles Deleuze und Félix Guattari mit dem Prinzip der Mannigfaltigkeit umschriebene Dynamik von Verflechtungen und Assemblagen, die auf komplexe, nichtlineare Weise interagieren und zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen; weiters die Instabilität der Kategorie „Körper“, dessen herkömmliche Darstellung und festes Konzept Legacy Russell zufolge als Störung oder Fehlfunktion zur Diskussion stehen; und nicht zuletzt Momente von Begierde und Lust, die mit Roland Barthes‘ pornografischen messages korrespondieren. „Es scheint verlockend, das Unbekannte, das Hybride und Zweideutige zu suchen und in ungewisse Lustzonen vorzudringen“, so Leszuk über die Konzeption der Ausstellung. Sie sei die „Feier eines wilden Festes, die weder einen Anfang kennt noch das Ende erreichen kann. Im Gegensatz zu einer Struktur, die durch sinnstiftende Ankerpunkte und Positionen (Anfang–Ende) festgelegt wird, bleibt Queering immer unvollendet – die Form eines erregten Rhizoms annehmend, kartiert und durchquert es grenzenlose Mannigfaltigkeiten und wird zugleich mit Genuss, Lust und Bestätigung belohnt.“

[Quelle: https://web.archive.org/web/20250000000000*/https://www.lakeside-kunstraum.at/edging-bodies-without-orgasms-kuratiert-von-michal-leszuk/]

Participants

Apparatus 22, Albin Bergström, Luca Büchler, Monilola Olayemi Ilupeju, Francis Whorrall-Campbell

Exhibitions / events

2025 Julius Pristauz. forever more (structural blur), kunstraum Lakeside, Klagenfurt

Objects

(Archival material, Publications)

2025 Glitch (Publication)
2025 Einladung: edging - bodies without orgasms (Archival object)
2025 Ausstellungsinformation: edging - bodies without orgasms (Archival object)