Heribert Friedl, Andreas Heller. Outdoor Sources
Basics
– Kunstverein BadenDescription
Die Ausstellung mit dem Titel OUTDOOR SOURCES bezieht sich explizit auf den Außenraum bzw. den öffentlichen Raum von Baden. Beide Künstler versuchen mit Hilfe ihrer künstlerischen Methode bzw. Herangehensweise den Ort nach möglichen Ansatzpunkten für ihre Arbeit zu untersuchen.
Heribert Friedl sucht in seinen möglichen Ansätzen nicht nach visuellen Komponenten, sondern versucht über den Weg der olfaktorischen Wahrnehmung den Ort zu scannen. Für die Ausstellung im Kunstverein Baden werden bei ihm zwei Elemente verstärkt in den Vordergrund gerückt. Einerseits ist es der markante Schwefelduft, der an bestimmten Tagen ganz stark in Baden zu riechen ist und andererseits das Baumharz (Pech), das in der Gegend von Baden eine große Tradition hat bzw. hatte.
Die Schwefelquellen waren schon zur Zeit der Römer bekannt und die Ansiedlung erhielt den Namen Aquae (Bäder), ca. 50 n. Chr.
Pechereien waren in der Gegend um Baden ein Handwerk zur Gewinnung von Harz, das in Raffinerien und Siederein zu Terpentinöl und Kolophonium bzw. bis zur zweiten Hälfte des 20. Jhdt. als Grundlage für die Erzeugung von Papier, Lacken, Farben, Seifen und vielen anderen Produkten verarbeitet wurde.
Beide Elemente, Schwefel und Harz werden über Text, Objekt, Duftinstallation bzw. Fotografie in eine exakt definierte Form gebracht, die versucht, über das bildliche und olfaktorische Zurechtrücken, der klaren, geordneten Übersicht eine ersehnte Romantik einzuhauchen.
Andreas Heller sucht in der Öffentlichkeit nach gleichermaßen funktionalen wie formalen Objekten, die von ihm adaptiert, als Versatzstücke in den Ausstellungsraum transferiert werden. Unscheinbare, aber notwendige Dinge, die man im alltäglichen Leben übersieht, werden in abgewandelter Form in den Fokus gerückt und erscheinen ebenso minimalistisch wie poetisch. Es sind ganz simple Konstruktionen wie z. Bsp. Sicherheitsabsperrungen, die in seinen Installationen ein glasklares, stilisiertes Zurechtrücken erfahren.
Mehrere in ihrer funktionellen Formgebung leicht abgeänderter Dreiecksständer, werden in der Ausstellung gruppiert. Durch die Anordnung bzw. Farbe dieser fragmentarischen Landmarker wird ein Horizont erkennbar und lässt im Kopf eine mögliche Landschaftsformation entstehen.
Weitere fragil stilisierte Konstruktionen, die mit einer Kordel verbunden sind, lassen sofort vermeintlich richtige Assoziationen aufkeimen. Diese werden in der Rezeption aber immer wieder neu korrigiert. Handelt es sich wirklich um eine simple Absperrung oder einen Berggrat, der sich über die Kordel definiert? Eine Antwort ist in diesem Fall auch nicht notwendig. Die Installation bringt den Betrachter sowieso in eine Art Standby Modus in dem die Präsenz des Wahrgenommenen festgehalten wird.
Komplettiert wird die Ausstellung mit einer gemeinsam entwickelten Arbeit, in der andeutungsweise versucht wird, dem Ganzen auch einen zeitlichen Spannungsbogen zu verleihen. Es soll zu einer Art Konklusion kommen, welche sich über eine gewisse Immaterialität bestimmt.
Beide Positionen gehen ganz exakt in ihrer definierten Sprache vor, ohne sich zu sehr in der Fülle von Möglichkeiten zu verlieren. Ausstellungsraum bzw. öffentlicher Raum manifestieren sich symbiotisch präzise und evozieren das Gefühl von Vertrautheit, die aber dann doch nicht stattfindet.
[Quelle: https://web.archive.org/web/20251214145236/https://www.kunstvereinbaden.at/ausstellung/outdoor-sources/]
Participants
Herbert Friedl, Veronika Hauer (Rede), Andreas Heller, Hans Hornyik (Rede)
Objects
(Archival material, Publications)
| 2015 | Kunstverein Baden 1915-2015. 20 Jahre Kunstverein Baden (Publication) |
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