Magazine springerin 3/99. Neue Kolonien

Basics

  • Österreich, Wien

Publisher: Folio Verlag

ISSN: 1029-1830

Properties

deutsch

Contributors

Editor: springerin. Hefte für Gegenwartskunst

Mentions: Konstantin Akinsha, Rhea Anastas, Eleanor Antin, Ruben Arevshatyan, Jochen Becker, Harald Begusch, Christa Blümlinger, Iara Boubnova, Hans-Christian Dany, Gerald Echterhoff, Dagmar Fink, Birgit Hußfeld, Christian Höller, Ryszard W. Kluszczinsky, Meaghan Morris, Motherboard, Olu Oguibe, Mathias Poledna, Lisl Ponger, Keiko Sei, Vera Tollmann, Jan Verwoert, Krystian Woznicki

Description

Umfangsangabe: [96] S. : zahlr. Ill. // Angesichts der Geschwindigkeit kultureller Transfers, die oft missverständlich auch Globalisierung genannt wird, scheint es für manche schick zu sein, in einen resignativen Kulturpessimismus zu verfallen, der alles ökonomisch und machtpolitisch determiniert sieht. Andere dagegen bekunden ihre Freude an den Ethnodesigns eines fröhlich affirmierten Multikulturalismus. »Es gibt keine Globalkultur«: Die australische Cultural Studies-Theoretikerin Meaghan Morris widersetzt sich - mit ihren Analysen der lokalen Spezifik vermeintlich globalisierter kultureller Ausdrucksformen - dem Diktum von der alles vereinheitlichenden Gestaltungsmacht der Kulturindustrien. Auch uns schien es sinnvoll, sich einmal genauer mit spezifischen - kulturellen - Prozessen in einzelnen politischen und sozialen Übergangsräumen auseinanderzusetzen. Die Integration, Assimilation und Akkulturation von Motiven einer kapitalistischen oder sozialistischen Moderne in lokale Zusammenhänge stehen dabei - am Beispiel Armeniens etwa - ebenso im Zentrum, wie die Entwicklungsstränge und Rekonstruktionen von kultureller Identität - am Beispiel des westlichen Konstrukts »Vietnam«. Auffällig an beiden Situationen ist, wie unterschiedlich der Einfluss diasporischer Gemeinschaften auf diese Kontexte und deren Rückwirkungen auf die Gesellschaften ihrer »Herkunftsländer« ist. Die durch ökonomische Globalisierungsprozesse aufgeworfene Identitätsproblematik stellt sich vielerorts - aber jeweils anders, wie ein Blick auf so unterschiedliche Regionen wie den Stadtraum von Tokio, das Ölland Kasachstan oder das soziale und räumliche Gefüge von Südafrika nach der Apartheid zeigt. Gegen das Herbeireden des Ethnischen als Antidot zu den negativen Effekten dieser Prozesse, gegen die Verknüpfung von territorialer Bindung mit kultureller Identität und vermeintlicher Tradition argumentiert in diesem Heft nicht nur Olu Oguibe. Sein Aufruf richtet sich gegen ein essentialistisches Verständnis der Identitätskämp-fe afrikanischer Gegenwartskunst im Westen. Wir verstehen ihn allgemeiner: In vielen der Zusammenhänge, denen sich dieses Heft widmet, entwickeln KünstlerInnen Modelle für eine nicht westlich dominierte kosmopolitische Kultur. Und nicht nur deren »Neue Kolonien«. [Quelle: www.springerin.at/]

Contains

Ingo Nussbaumer: among-others 3. Intermediale Dialoge, 1999
Herwig G. Höller: Contemporary ASCII. SiQ 1999, 1999
Hans-Christian Dany: Hans-Peter Feldmann, 1999
Reinhard Braun: Kunst zwischen den Medien (V), 1999
Patricia Grzonka: Oliver Ressler: The global 500, 1999
Vera Tollmann: Park Fiction. Kunstverein Wien, 1999
Andreas Spiegl: Pierre Huyghe, 1999
Hedwig Saxenhuber: Uli Aigner: welldone, 1999

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