Magazine
springerin 2/04. Rip-off Culture
- Österreich, Wien
Publisher: Folio Verlag
1029-1830
deutsch
Editor: springerin. Hefte für Gegenwartskunst
Mentions: Luchezar Boyadjiev, Roger M. Buergel, Noah Chasin, Hans-Christian Dany, Thomas Edlinger, Andreas Fogarasi, Christian Hanussek, Nicola Hirner, Christian Höller, Gregor Jansen, Jens Kastner, Suzana Milevska, Kito Nedo, Ana Peraica, Daniel Pies, Sophia Prinz, Cosima Rainer, Marc Ries, Stefan Tiron, Vera Tollmann, Katalin Tímár, Krystian Woznicki, Hias Wrba
Umfangsangabe: 96 S. : zahlr. Ill. // Fragen der kulturellen Aneignung haben in letzter Zeit an Brisanz gewonnen. So prallen immer häufiger ideelle Besitzansprüche auf real existierende Besitzverhältnisse – und das auf immer drastischere Weise, wie die aktuellen Verteilungskämpfe um kulturelle Güter, aber auch die sie begleitenden legistischen Maßnahmen belegen. Eine neue Konstellation scheint sich hier abzuzeichnen: Die Verfechter von Copy, Rip & Burn auf der einen Seite, jene von Copy Protection und Anti-Filesharing-Feldzügen auf der anderen. Dabei haben sich in den appropriierenden Verfahren der Kunst die Problemzusammenhänge von Original und Kopie, von Referenz und Übernahme, immer schon auf komplexe Weise artikuliert. Wie etwa der intertextuelle Umgang mit kunst-externem« Wissen heute konkret aussieht und welche Betrachtungsweisen er befördert, dem geht Daniel Pies in seinem Beitrag nach. Ana Peraica erinnert im Gegenzug daran, dass die Übernahme westlicher Originalitäts- und Urheberrechtsstandards den Kulturszenen Osteuropas eine paradoxe Position aufzwingt – kam doch dem Kopieren kulturhistorischer bzw. verbotener Vorlagen lange Zeit eine wichtige Funktion zu. Und Luchezar Boyadjiev verdeutlicht anhand zweier Fallstudien, inwiefern das Verhältnis von Künstler/in und Sammler/in stets einer Art Dilemma von »Aneignung-als-Enteignung« ausgesetzt ist. Dabei reicht die Symptomatik der weltweit im Anwachsen begriffenen Rip-off-Kultur weit über den künstlerischen Bereich hinaus. Sie zeichnet sich in der generellen Sichtweise, Kreativität mit Nonkonformität gleichzusetzen, ebenso ab wie in der Debatte um Patentschutz und Generika in der Biotechnologie oder in den grassierenden Praktiken so genannter »ethnischer Samplings« in der Gegenwartsmusik. In all diesen Sphären wird deutlich, dass die Trennlinie zwischen Eigentum und Diebstahl schwierig zu ziehen ist. Schwieriger zumindest, als die selbstgerechten Sachwalter westlichen Industrieguts, aber auch die Proponenten des uneingeschränkten Zugriffs auf den gesamtkulturellen Samplingpool, zuzugestehen gewillt sind. So stellt das Plündern fremder, aber auch »eigener« Kulturen ein nach wir vor virulentes Thema dar, das nicht nur den Schutz geistigen Eigentums betrifft. Vielmehr klingen darin übergeordnete Machtzusammenhänge an, denen die Beiträge dieses Heftes kritisch nachgehen. [Quelle: www.springerin.at, 23.10.2017]
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- Wiener Linien. Kunst und Stadtbeobachtung seit 1960, 29.04.2004 – 20.06.2004, Wien Museum, Österreich, Wien, William Anastasi, Günter Brus, Heinz Cibulka, Georgia Creimer, Peter Dressler, VALIE EXPORT, Wolfgang Ernst, Johannes Faber, Padhi Frieberger, Gang Art, Bodo Hell, Siggi Hofer, Barbara Holub, Brigitte Huck (Kurator/in), Candida Höfer, Johanna Kandl, Leo Kandl, Gülsün Karamustafa, Herwig Kempinger, Martin Kippenberger, Kurt Kocherscheidt, Jakob Kolding, Wolfgang Kos (Kurator/in), Kurt Kren, Friedl Kubelka, Hans Kupelwieser, Maria Theresia Litschauer, Mahony, Ursula Mayer, Elfriede Mejchar, Jonathan Monk, Christian Philipp Müller, Albert Oehlen, Max Peintner, Danica Phelps, Martin Prinzhorn, Didi Sattmann, Hans Schabus, Hans Scheugl, Ernst Schmidt jr., Fritz Simak, Ingeborg Strobl, Thomas Baumann & Martin Kaltner, Jochen Traar, Transparadiso, Octavian Trauttmansdorff, Peter Weibel, Lisa Wögenstein (Kurator/in), Franz Zadrazil, Michael Zinganel
- Theresa Hak Kyung Cha. The Dream of the Audience / Der Traum des Publikums, 14.05.2004 – 15.08.2004, Generali Foundation, Österreich, Wien, Berkeley Art Museum & Pacific Film Archive, BAM / PFA (Organisation), Sabine Breitwieser (Kurator/in), Generali Foundation (Organisation, veranstaltet), Theresa Hak Kyung Cha (Installation, Objekt, Performance, Text, Textilarbeit, Textinstallation, Video, Videoinstallation, Zeichnung)
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